SVE - Union Schafhausen   4 : 4 (2 : 3)

Die fast 400 Zuschauer sahen ein denkwürdiges Spiel, mit hohem Tempo und spektakulären Toren, das am Ende aufgrund des späten Ausgleichs aus SVE Sicht ein gewonnener Punkt war, insgesamt aber den Ärger über zwei liegengelassene und durchaus verdiente Punkte nicht überspielen konnte. Aber der Reihe nach...

Der SVE kam gut ins Spiel und hatte bereits nach zwei Minuten durch Emrah Cebeci, nach Vorarbeit des starken Burhan Gülez, die Chance zur Führung. Danach erlebte unser Team ein Dejavu bzgl. der Standards der Union. Wie im letzten Jahr führte die erste Standardsituation zur Führung und wie letzte Saison begünstigte das Abwehrverhalten den Treffer von Beumers (7.) Der SVE schüttelte sich kurz und wurde durch den Gast schnell wieder ins Spiel gebracht. Einer von mehreren Abspielfehlern im Aufbau der Union wurde von Burhan Gülez zum Ausgleich genutzt (12.). Der SVE setzte nach und traf Pfosten und Latte, der Gast konterte mehrmals gefährlich gegen die umgebaute SVE-Defensive, bei der das Fehlen von Dennis Körner spürbar war. Das Spiel wogte hin und her, viele Fouls unterbrachen teils gewollt, teils ungewollt den Spielrhythmus und so nutzte Stefan Jörling einen feinen Freistoß in den Winkel sehenswert zum 1 : 2 (19.). Die Unterbrechungen des Spielfluss durch clevere Foulspiele schien ein taktisches Mittel des Gastes zu sein, der das während der gesamten 94 Minuten auch so clever machte, dass am Ende der SVE sogar mehr gelbe Karten hatte, obwohl die Union fast dreimal so viele Freistöße verursachte. Dass heute im zuletzt so guten Defensivverbund gegen die unbequemen und starken Gästestürmer Kranz und Grüttner erhebliche Probleme auftraten, zeigte sich dann auch beim 1 : 3 nach 34 Minuten. Philipp Grüttner nutzte die Hereingabe von Fratz und vollendete mit Körperwucht.

Irgendwie erinnerte vieles an das Heimspiel der letzten Saison, wo der SVE mit einem 0 : 4 in die Kabine ging, doch diesmal blieb der Kopf oben! Massimo Walbert setzte sich nach Vorlage von Gülez gut auf dem Flügel durch und seine Flanke verwertete Niklas Valerius volley zum 2 : 3 Halbzeitstand (38.).

Nach der Pause beruhigte sich das Spiel zunächst. Es gab kleinere Chancen auf beiden Seiten und weiterhin verstand es der Gast geschickt, das Spiel des SVE immer wieder mit cleveren Fouls zu unterbinden. Einer von vielen Freistößen führte dann auch zum verdienten Ausgleich. Niklas Valerius brachte den Ball flach in den Strafraum, wo die Union auf Abseits spielte, was aber ein Spieler nicht mitbekommen hatte. So hatte Ceyhan Arslan keine Mühe den vedienten Ausgleich zu erzielen (81.). Der SVE schien nun mehr zu wollen, und ging auf die drei Punkte. Burhan Gülez scheiterte knapp und ein tolles Tor von Jan Vopel erkannte der Schiedsrichter nicht an, da er - durchaus vertretbar - ein gefährliches Spiel von Arslan gesehen hatte. Und dann übernahm der ansonsten gute Schiedsrichter leider eine entscheidende Rolle, als er nach einem Konter der Gäste ein Foul von Marc Kmieckowiak - trotz sehr guter Position - in den Strafraum verlegte. Der "Videobeweis" ist leider in der Landesliga nicht möglich, verdeutlichte aber, dass das Foul nicht knapp, sondern über einen Meter vor der Strafraumlinie begangen wurde. Sebastian Kranz ließ sich das Geschenk nicht entgehen und sorgte für die erneute Führung für Union (88.).

Unser Team war aber nicht bereit, am Ende für den Aufwand mit leeren Händen dazustehen. Der Gast versuchte die Zeit mit allen (zulässigen) Tricks runterzuspielen, doch eine Antwort hatte der SVE noch. Einen letzten langen Ball von Julian Braun in den Strafraum verarbeitete Emrah Cebeci gekonnt und legte auf Valerius ab und der zeigte, dass er momentan wahrlich einen Lauf hat. Mit einem Traumtor beendete der Toptorjäger die Begegnung und ließ die Zuschauer zufrieden und mit viel Lob von der Anlage gehen.

Fazit: Ein Spektakel, zu dem der SVE mit einer sehr guten Offensivleistung beigetragen hat. Gegen einen Gegner, der zurecht in der Tabelle weit oben steht und von dem sich unsere Spieler heute sicher einiges in Sachen Cleverness abgucken konnten. Dass man mit vier geschossenen Toren nicht gewinnen konnte und das fünfte Unentscheiden ertragen muss, lag in erster Linie an der heute nicht sattelfesten Defensive.

Während der Ligabetrieb eigentlich nun Pause wegen Totensonntag macht, darf der SVE das erste von zwei Nachholspielen am kommenden Samstag um 18 Uhr in Glesch-Paffendorf bestreiten. Weil danach mit Nierfeld und Düren zwei weitere Auswärtsspiele warten, darf man gespannt sein, ob unser Team die richtigen Schlüsse zieht, um die gute Ausgangsposition auszunutzen.