SVE - Hertha Walheim  3 : 3  (2 : 1)

Sicher, am Ende haderte der SVE mit dem späten Gegentor und der Tatsache, dass man zweimal einen zwei Tore Vorsprung nicht nach Hause bringen konnte. Doch unter dem Strich sahen die 600 Zuschauer eine so tolle, temporeiche und spannende Begegnung mit vielen Höhenpunkten und enormen Einsatz auf beiden Seiten, dass kein Team es verdient gehabt hätte, als Verlierer vom Platz zu gehen.

Von Beginn an war der SVE Herr im Hause und wollte den feierlichen Rahmen der Flutlichteröffnung nutzen, um den Gast unter Druck zu setzen. Dies gelang gut und so waren zwei Tore von Niklas Valerius und Dennis Körner (14. und 25.) nach Standards die fast logische Konsequenz im Ergebnis. Bis zur 30. Minute war der SVE, allerdings mit sehr hohem Aufwand, das klar dominierende Team und es wäre durchaus möglich gewesen, noch einen weiteren Treffer hinzuzufügen. Doch dies gelang nicht, auch weil die Hertha nun immer besser in die Begegnung fand und ihrerseits Druck aufbaute. Der Anschlusstreffer fiel dennoch aus SVE-Sicht unglücklich, als sich zwei Spieler im eigenen Sechzehner beim Klärungsversuch gegenseitig behinderten und der Ball SVE-Schreck Manuel Krebs vor die Füße fiel. Der fackelte nicht lange und traf nach 35 Minuten trocken zum Anschlusstreffer. Dieser verlieh der Hertha Oberwasser, Heinz Putzier hatte mit dem Halbzeitpfiff die große Ausgleichchance, doch Oliver Bronikowski reagierte stark. Die knappe Pausenführung für den SVE war insgesamt dennoch verdient.

Nach dem Wechsel sollte das Tempo weiterhin hoch bleiben, beide Teams gingen an ihr Limit, bleiben aber jederzeit bemerkenswert fair. So sahen die Zuschauer eine intensive und interessante Begegnung, die auch schnell nach Wiederbeginn Torjubel hervorrief. Nach einer schönen Flanke von Emrah Cebeci war Marco Braun der Deckung entwischt und konnte am langen Pfosten vollenden (48.). Leider - aus SVE Sicht - hielt die zwei Tore Führung erneut nicht lange und wieder half man durch eine gewisse Unaufmerksamkeit der Hertha. Torschütze Sebastian Wirtz wurde im Mittelfeld nicht aufgenommen und konnte letztlich freistehend den zweiten Treffer für die Gäste erzielen (51.). Es war ärgerlich, den beruhigenden Vorsprung nicht lange gehalten zu haben. In der Folge versäumte es unser Team die sich bietenden Chancen, die größten besaßen Furkan Günes und Burhan Gülez, zur möglichen Vorentscheidung zu nutzen. Wie sate Gästetrainer Daniel Formberg nach dem Spiel "da habt ihr uns leben lassen!"

So blieb die Hertha dran und fightete aufopferungsvoll. Half dem SVE zunächst beim ersten Versuch von Jan von Ameln noch die Latte , machte er es vier Minuten vor dem Ende besser, als er aus 25 Metern den Ball - wohl doch unhaltbar i- n den rechten Winkel setzte. Ein Sonntagsschuss am Freitagabend!

Beide Teams spielten auch danach mit offenem Visier und gingen an ihre Grenzen, so dass es noch die ein oder andere gefährliche Situation in den letzten Minuten auf beiden Seiten gab. Beim Abpfiff von Schiedsrichter Peter Wackers hatten beide Teams den Applaus der Zuschauer wahrlich verdient. Für die Hertha war es mehr ein gewonnener Punkt, der SVE muss aber akzeptieren, dass der Punkt insgesamt das Ergebnis einer guten, aber nicht sehr guten Leistung war, die notwendig gewesen wäre, um in diesem tollen Fußballspiel als Sieger vom Platz zu gehen.

Nächste Woche wartet das wichtige Spiel bei Inde Hahn, wo der SVE aus der letzten Saison noch eine Rechnung offen hat und gewarnt ist. Gewannen die Indekicker doch am letzten Spieltag bei Hertha Walheim.